Es war wieder eine Planierraupe, welche ich von Salzburg nach Innsbruck bringen sollte. Also machte ich mich auf den Weg.

Es war eine eher ruhige Fahrt durch die Alpenrepublik, nur die tief stehende Sonne, die immer wieder durch die dichten Wolken schien machte mir etwas zu schaffen. Durch verdreckte Scheiben blendet es doch extrem.

In Innsbruck angekommen, musste ich den Trailer natürlich wieder zu Arcese schaffen. Wie konnte es auch anders sein. Aber irgendwie kommt man doch immer durch dieses enge Tor.


Keine Minute zu früh stellte ich den Auflieger ab, denn meine Lenkzeit war kurz vorm Ende. Wenig später parkte mein Iveco dann mal wieder auf einem Hotelparkplatz.

Obwohl es erst kurz nach sieben Uhr abends war, fiel ich todmüde ins Bett und schlief fast augenblicklich ein. Aber trotz acht Stunden Schlafes fühlte ich mich am nächsten Morgen nicht wirklich ausgeruht. Drei Uhr morgens war eben nicht meine Zeit.
Kurze Zeit später war ich dann bei meiner nächsten Ladeadresse und holte meinen Trailer ab. Schwertransport konnte man das allerdings nicht nennen. Es war mal wieder ein Begleitfahrzeug, welches von einer Alpenrepublik in die Nächste sollte. Also auf in die Schweiz, nach Zürich um genau zu sein.
Auf der Fahrt zu den Eidgenossen, ging es durch zahlreiche Tunnel. Auch einige Baustellen gab es auf der Strecke. Wer weiß, wann die zweite Röhre mal fertig wird.

In Zürich angekommen, konnte ich feststellen, dass ich nicht der Einzige „Bekloppte“ war, welcher mit einer eigentlich untermotorisierten Zugmaschine Schwertransporte durchführte. Mich hätte allerdings interessiert, ob der Fahrer sich selbst dafür entschieden hat oder ob ein sparsamer Chef Ihn damit auf Tour schickte.

Gegen acht Uhr war ich dann am Ziel. Im Büro gab ich meine Papiere ab und wollte auch gleich die Unterlagen für meine nächste Tour haben, denn der Trailer stand draußen schon bereit. Die nette Angestellte im Büro sagte mir aber, dass es noch ein bisschen dauern würde, bis die Papiere fertig seien. Aber Sie bot mir an in der Kantine frühstücken zu gehen. Ein Angebot, dass ich dankend annahm, denn mein Magen hing irgendwo in den Kniekehlen. Nach einem ausgiebigen leckeren Frühstück waren dann auch die Ladepapiere fertig und ich konnte mich auf den Weg machen.
Mit den Betonplatten im Rücken ging es nach längerer Zeit mal wieder nach Deutschland.

Gegen Mittag war ich dann in Stuttgart am Ziel. Unterwegs hatte ich mit Stefan telefoniert. Leider hatte er ab Stuttgart keine Schwerlast für mich. >>Wenn du nach Straßburg fährst, hab ich von dort dann was für dich.<<
Also sah ich zu, eine Tour nach Frankreich zu bekommen. Aber alles was es gab, war eine Ladung Sand. Na ja immer noch besser als eine Leerfahrt. Mit dem großen Sandkasten hinten dran ging’s also nach Frankreich. Unterwegs fing es stark an zu regnen, da ich keine Plane über den Trailer gemacht hatte, konnte das Wasser richtig schön im Sand versickern. In Straßburg angekommen war der Trailer bestimmt ein paar Kilo schwerer als zu Beginn der Fahrt. Zum Glück kam kurz vorm Ziel die Sonne wieder raus.
Stefan hatte nicht zu viel versprochen, es war ein Schwertransport. Ein Mobilkran sollte nach Mannheim. Allerdings hatte der „Mistkerl“ mir verschwiegen wo ich das Ding abholen musste. Natürlich bei Arcese.
Während ich mit dem Riesenbaby versuchte unfallfrei auf die Straße zu kommen, verfluchte ich ihn im Geiste. Nach einiger Rangierarbeit schaffte ich es dann auf die Straße. Zum Glück sind französische Autofahrer etwas entspannter. Oder vielleicht hatten sie auch einfach Angst davor ich würde sie platt machen.



Auf der Landstraße Richtung Deutschland , sammelte sich hinter mir eine ganz schöne Kolonne an. Aber der Größte fährt vorn und bestimmt das Tempo.

Da meine Lenkzeit auch schon wieder dem Ende entgegen ging, musste ich meine Pause einlegen. Allerdings blieb mir nichts anderes übrig al an einer Tankstelle irgendwo im Nirgendwo stehen zu bleiben. Wenigstens die ganzen Autofahrer, welche hinter mir her fahren mussten, waren froh mich endlich los zu sein.

Am frühen Samstag morgen lieferte ich den Kran dann an seinem Bestimmungsort ab und konnte auch gleich meine nächste Fracht abholen, welche mir Stefan auch schon wieder besorgt hatte. Eine Dreiseiten-Nabe nach Köln.
Am Stadtrand staute sich kurzfristig der Verkehr, denn die Konkurrenz von der Bahn blockierte die Straße.

Während ich und der Kollege vor mir mit unseren Ivecos über die Landstraßen Richtung Köln rollten gab es leider auch einige Idioten welche im Gegenverkehr erst zum überholen ansetzen und dann entsetzt feststellen, dass sie an ihrem Vordermann doch nicht vorbei kommen. Natürlich fällt den Typen dann nix besseres ein, als auf unserer Fahrbahn ein Vollbremsung hinzulegen und uns damit auch zu einer solchen zu zwingen.

Kurz vor Köln trennte sich dann an dieser Kreuzung unser kurzer Iveco Konvoi.

Kurz darauf lieferte ich dann Trailer dann ab und holte meinen nächsten Auflieger ab. Stefan hatte mir die Details schon am Telefon durchgegeben und gemeint. >>Rate mal was es ist?<< >>Woher soll ich das wissen.<< knurrte ich ihn an. >>He He, nicht so mürrisch, bist wohl noch nicht ganz wach, was?? Es ist eine Planierraupe.<< Wie kann man an einem Samstag morgen dermaßen gut gelaunt sein, dachte ich mir.
Also ging es wieder einmal mit meiner „Lieblingsfracht“ nach Osnabrück. Auf der Autobahn war recht wenig los. Kein Wunder morgens um Acht am Wochenende. Da konnte ich mir auch besseres vorstellen. Zum Glück kam ich auf der flachen Bahn zügig voran.

Pünktlich zum Mittag stellte ich den Trailer auf der mir zugewiesenen Position ab. Wieder ein Auftrag erledigt. Im Hotel angekommen aß ich erstmal ordentlich zu Mittag. Da es sonnig und warm war, setzte ich mich dafür auf die Hotelterrasse mit Blick auf meinen LKW.

Nach dem Essen setzte ich mich an den Laptop und schrieb fleißig Rechnungen an meine Kunden. Da waren in ganz schöne Beträge zusammen gekommen. Hauptsache die zahlen auch alle pünktlich. Nachdem ich mir auch noch eine neue Fracht gesucht hatte, legte ich mich ins Hotelbett schlafen.
Die neue Fracht war auch gleichzeitig die vorerst letzte für meinen Iveco und mich. Schon vor einiger Zeit hatte ich einen zweiten LKW bestellt und jetzt endlich war die E-Mail gekommen, dass er fertig ist. Da die letzte Tour etwas besonderes sein sollte, hatte ich mir eine spezielle Fracht gesucht. Der Transport einer Diesellok von Osnabrück nach Amsterdam stand an. Auch der Zielort passte mir sehr gut in den Kram. Schließlich hatte ich in der niederländischen Hauptstadt ein Grundstück erworben und dort meine erste Zweigniederlassung eröffnet. Die Fahrt aus der Stadt heraus führte auf Grund der Gesamtlänge des Gespanns zu einigen kleinen Problemen.


Aber schließlich brachte ich auch diese Fracht unbeschadet an ihr Ziel und stand kurz vor Mitternacht vor meiner neuen Niederlassung.

Nun hieß es Abschied nehmen von meinem Vierachser, denn der LKW sollte in Amsterdam bleiben und demnächst von einem Angestellten bewegt werden. Nur leider ist es nicht so einfach Fahrer mit Erfahrung im Schwertransport zu finden. Also würde der Iveco erst einmal in Amsterdam geparkt bleiben. Schließlich sah mein Plan vor, dass dieses Fahrzeug in Zukunft eher regionale Schwertransporte im Beneluxraum & Norddeutschland durchführen sollte. Regionen in denen die 420 PS ausreichend sein würden.
Ich selbst machte mich am nächsten Morgen auf den Weg zum Flughafen und flog nach Polen um meinen neuen LKW holen. In Polen am Flughafen wurde ich auch schon von einem Mitarbeiter des Händlers erwartet. Wir fuhren nach Wroclaw, wo der Händler seinen Sitz hatte. Dort angekommen war ich ein wenig erstaunt, denn obwohl es sich um eine eher kleine Volvo-Niederlassung handelte, hatten sie auch einen echten Exoten im Angebot.

Aber von meinem neuen Spielzeug war weit und breit nix zu sehen. Also stand ich nun etwas verloren auf dem Hof des Händlers, als ein Mann im Anzug auf mich zu kam. Er stellte sich mir als Herr Blaszinsky vor, der Verkaufsleiter in Wroclaw. Auf meine Frage nach meinem LKW, meinte er >>Ihr neuer LKW steht in unseren Werkstatt ein paar Straßen weiter. Wir haben dort die von Ihnen georderte Sonderausstattung montiert. Ich werde Sie sofort dahin bringen.<< Auf dem Weg zur Werkstatt, welcher glücklicherweise nicht allzu lang war, wurde ich von Minute zu Minute nervöser. Ich konnte es nicht mehr erwarten. Leider passte des Wetter nicht so ganz, ein kurzer Schauer zog über die Stadt. Schließlich kam das Gelände der Werkstatt in Sicht.


Doch auch jetzt sah ich meinen LKW noch nicht. Herr Blaszinsky grinste mich an, ihn schien meine zunehmende Unruhe zu amüsieren.
Ich wollte jetzt endlich meinen neuen Volvo sehen.
