Montag, Hoek van Holland
An diesem Montag bin ich schon früh auf den Füßen. Die Fähre hat klaren Kurs auf Hoek van Holland – bis zum Anlegen bleiben mir aber noch 2 Stunden. Die Dusche und das Frühstück sind schnell erledigt. Ich fülle mir Kaffee, die Zweite, in meinen Pott und schalte den Laptop ein.
Mal schauen, was die Dispo für meine Mädels und Donald zusammengeschustert hat…
Anna’s Tour mit Kunststoffrecycling nach München war mir ja bereits bekannt, da wir ja im Hotel am Wochenende reichlich Zeit hatten um drüber zu quatschen. Die Strecke reicht bis in den Dienstag rein, wo sie dann noch eine kurze Tour für Lufthansa nach Salzburg fährt.
Für Sandra in Uppsala, Katie in Berlin und Lilly in München ist die Woche bereits vollständig verplant. Nahverkehr bei unseren festen Partnern Scania, DHL, Maier-Flink und Lufthansa. Freitagabend zu Hause. Optimal. Lilly dürfte sich darüber freuen – bei ihr stehen danach 3 Wochen Urlaub im Kalender.
Donald ist auch bereits am Sonntagabend wieder auf die Strecke gegangen und ist jetzt mit Scania-Ersatzteilen vom Werk auf dem Weg zu Scania-Vertragswerkstätten in Südschweden und in Kopenhagen. In Kopenhagen gibt’s dann eine Ladung gelbe Pakete nach Berlin.
Kim’s Touren bis Dienstagabend sind etwas umfangreicher:
Nach einem Wochenende in Düsseldorf ist sie bereits seit 01:00 Uhr auf der Strecke. Für den Gabelstapler-Händler/Vermieter in Grimsby hat sie Ersatzteile geladen. In London nimmt sie dann in der Niederlassung noch weitere aus unserem Kundenlager auf. Dienstag frühs um 02:00 Uhr startet sie dann die letzten Kilometer bis Grimsby. Nach dem Abladen gibt es direkt ein paar Mietgabelstapler die sie in Glasgow und Edinburgh ausliefert.
Auch Ida stand am Wochenende in Düsseldorf. Abgesehen davon dass sie bereits am Sonntagabend um 22:00 Uhr für Lufthansa Richtung Paris aufgebrochen ist steht ihr eine ziemlich volle Woche mit Ladungen für DHL und Lufthansa im Buch. Und ein drittes Wochenende draußen bevor. Ich glaub ich muss James mal drauf hinweisen, dass er mir neue Leute nicht gleich vergrault. Es bringt uns ja nichts wenn die Mädels dann irgendwann abhauen…
Die dritte im Bunde mit Wochenruhezeit in Düsseldorf war meine Berlinerin Lucy. Da sie die Urlaubsvertretung für Stefany macht wird sie in den kommenden 3 Wochen wohl das Königreich hinterm Ärmelkanal näher kennen lernen. Sie müsste vor ein paar Minuten an der Niederlassung losgefahren sein. Zuerst für DHL Pakete nach Hamburg. Danach geht’s zu Jungheinrich – Nachschub für den Staplerhändler in Grimsby einsammeln. Mit einer DHL-Ladung zurück nach Düsseldorf und am Freitag dort Nahverkehr ist auch ihre Woche ausgeplant.
Ob Maria wirklich in Oslo shoppen war und sich ihren Norwegerpulli gekauft hat? Bestimmt. Und sicher auch noch Schuhe und andere Dinge… Auch bei ihr hat Annyka die Woche in der Planung bereits fertig – bis in den Mittwoch rein ist sie mit der DHL-Ladung von Oslo nach München unterwegs. Am Donnerstag und Freitag hat sie für Maier-Flink noch Touren im Nahverkehr.
Die Auslastung stimmt mich zufrieden. Mein Kaffee ist alle. Inzwischen ist es 07:59 Uhr. Ich schnappe mir meine Tasche und mache mich auf den Weg zum LKW. Als die Fähre anlegt suche ich meinen Scania – und kann ihn nicht finden. Verflixt… Nicht dran gedacht – heute ist mein LKW ja grün, aus niederländischer Produktion und mit Lenkrad auf der „falschen“ Seite.
Nachdem ich die Gedanken sortiert habe starte ich den DAF und rolle von der Fähre. A20 bis Gouda. A12 bis Utrecht. Weiter über die A28. Hinter Amersfoort wechsele ich auf die A1 in Richtung Osnabrück. Bisher ist heute recht wenig los auf der Straße. Das ändert sich kurz hinter der niederländisch-deutschen Grenze. A30. Abfahrt Bad Bentheim. Die nächsten 5 Kilometer ziehen sich dank der Baustelle wie Kaugummi.
Mein Telefon klingelt. Vorwahl 089…
„Moin Annyka.“ „Griás de, Chef. Ich hoffe dein Wochenende war gut.“ „Das Wochenende ja. Bisschen unter die Touris gemischt und was für die Allgemeinbildung getan.“ „Ach, kein Wellness? Davon sprach Anna vorhin am Telefon.“ „Doch, doch. Aber nur ein bisschen. Am Sonntag.“ Ich kann Annykas Grinsen durchs Telefon förmlich sehen. „Du, Chris… Ich hatte vorhin den Maier-Flink zum Gespräch im Büro.“ „Wenn du so schon anfängst… Für ’ne Reklamation kommt der doch nicht zu dir rüber?!“ „Nä. Er meinte dass da wohl demnächst regelmäßig was für Russland anstehen würde. Größtenteils St. Petersburg. Aber nicht nur. Auch meinte er dass es aber auch Rückladungen für München dann gibt, sodassma nicht in der Luft hängen würden auf der Distanz. Die benannten Frachtraten passen an sich auch.“ „Das ist gut, im weitesten Sinne stellt er sich also Linienverkehr vor ?“ „Ja, an sich schon. Aber es ist nicht ganz unproblematisch. München – St.Petersburg zum Beispiel san über 2.200km. Das macht bei einem Schnitt von 45 Fahrstunden je Woche etwa 1,5 Wochen je Umlauf. Und i weiss net ob die Mädels sich Touren nach Russland zutrauen. Ungarn und Polen kein Problem – aber das ist ja auch noch EU.“ „Ja, da habe ich auch meine Bedenken. Mal davon abgesehen davon seit ihr in München mit der Luftfracht, DHL, der
Kunststoffbude und dem Maier-Nahverkehr schon gut voll. Was hast du Maier-Flink gesagt?“ „Das ich das nicht alleine entscheiden kann, mit dir besprechen muss. Ich würde ihm Ende der Woche Bescheid geben.“ „Mhm. Tu mir mal den Gefallen und ruf Sandra an – frage sie nach ihrer Meinung dazu. Ich mach mir auf der Strecke mal Gedanken.“ „Wird gemacht. Für diese Woche hatte er dann auch gleich noch was auf dem Zettel. Aus St.Petersburg nach München.“ „Wie stellt er sich das denn vor? Können wir zaubern?“ „Ja, könn mia. Ich hab Yanaa angerufen. Sie könnte Roman die Tour geben…“
Annyka beendet den Satz mit einem Seufzer. Da vorerst weiter nichts zu besprechen ist beende ich das Telefonat.
Die Baustelle ist inzwischen auch passiert. Es läuft wieder flüssig weiter. Die Baustellen auf der A1 und der A7 bremsen mich zum Glück nicht weiter aus.
Als ich Höhe Neumünster bin ist es 17:30 Uhr. Ich fahre von der Autobahn ab in Richtung Einfelder See. Ich habe Lust noch ein bisschen paddeln zu gehen. Durch meine Kontakte zum dortigen Kanuclub kann ich mir problemlos ein Kajak ausleihen und eine Trainingsrunde fahren…
…Ich lege mich wieder trocken und mache mir mein Abendessen. Anschließend rufe ich bei Sandra an. „Hej mein Schatz“ „Hej. Schön dich zu hören. Feierabend?“ „Ja,seit kurz vor 18:00 Uhr.“ „Wir haben jetzt 21:00 Uhr?!“ „Ist richtig. Ich stehe am Einfelder See in Neumünster. Ich brauchte unbedingt mal wieder ’ne Runde aufm Wasser.“ „Ach, der Herr war paddeln. Aber ist schon OK. Annyka hat mich heute angerufen wegen dem Gespräch mit Maier-Flink.“ „Mhm. Das hatte ich ihr so aufgetragen. Ich wollte dich nicht erst heute Abend damit überfallen,zumal Anny dir das sicher besser erklären konnte als wenn ich das gemacht hätte.“ „Passt schon so. Also ich denke für die Mädels ist das nicht das richtige. Aber unser Budget würde eine weitere Zugmaschine und einen Fahrer mit Stationierung in München zulassen. Das geht aber nicht von jetzt auf gleich.“ „Ist klar. Den passenden Fahrer finden dauert. Die entsprechende Zugmaschine wird einfacher…“ „Jo. Ich hab dazu vorhin auch Alexej angerufen. Er und Yanaa stehen uns für so ein Projekt zur Seite. Ich hab Annyka schon grünes Licht gegeben, sodass wir das Ganze anlaufen lassen können.“ „Wunderbar. Aber sie ist damit noch nicht gleich zu Maier-Flink, oder?“ „Nö. Ich sagte ihr, dass sie den mal ruhig noch bis Ende der Woche zappeln lassen soll. Sie hat ja mit der Tour aus St.Petersburg schon einmal für ihn gezaubert heute. Das muss reichen.“
Nach dem Telefonat lege ich mich direkt schlafen.
Dienstag, Neumünster.
Um kurz nach 04:00 Uhr ist meine Nacht vorbei. Ich habe noch Zeit bis ich meine Pause voll habe. Aber ohne Kaffee und Frühstück springt zwar mein Fahrzeug an – ich selbst in der Regel, wenn überhaupt, nur auf Notlauf.
Um 05:15 zeigt mein digitaler Wächter an, dass ich mich auf den Reifen machen darf. Auf dem Weg zur A7-Anschlussstelle begegnen mir recht viele DHL-LKW – Rushhour fürs Paketzentrum in Neumünster. Ich reihe mich da heute nicht ein; auf meinem Trailer habe ich Kühlware stehen. Ich hoffe, dass ich unterwegs keinen Stau erwische – mit 10 Std. Fahrzeit müsste ich den Kunden in Växjö heute nachmittag erreichen. Die Straßen sind mir wohlgesonnen. Flensburg. Odense, Kopenhagen, Malmö.
Ich bin gerade auf der Öresundbrücke als mein Telefon sich meldet. „hansekontor. Sie sprechen mit Christian“ „Hier auch hansekontor. Du sprichst mit James.“ „Moin James.“ „Wo bist du gerade? Der Kunde fragt ob er die Kühlware heute noch bekommt. Ich weiß dass wir ein Zeitfenster bis morgen früh vereinbart hatten.“ „Schon in Ordnung. Die Jungs müssen ja auch planen. Alsoooo… Ich bin gerade auf der Öresundbrücke. Wenn sich jetzt nicht irgendwo einer verschluckt und mir nen Stau zaubert komme ich mit der Fahrzeit gerade eben hin und würde um 16:00 Uhr absatteln.“ „Ok. Dann avisiere ich dich, damit sie dann eine Rampe frei haben. Wie ist das Fahren mit dem Rechtslenker?“ „Der DAF fährt sich gut. Rechtslenker ist aber immer noch gewöhnungsbedürftig. Ich bin nach der Pause vorhin erst mal aus Gewohnheit links ins Fahrerhaus geklettert.“ James lacht schallend. „Das ist nicht lustig. Rechtslenker verbinde ich immer noch mit Straßenkehrmaschine.“ „Sorry, Chef. Morgen früh darfst du wieder links sitzen zum Lenken. Es kommt vom Vermieter ein Fahrer mit einem Scania. Den DAF nimmt er mit – der wird anderweitig gebraucht.“ „OK. Fahre ich damit den Rest der Woche? Wenn ja, was?“ „Ja, den fährst du bis du deinen nächste Woche zurück bekommst. Du sattelst in Växjö einen Trailer von Nord-Logistik auf. Den ziehst du für die Lübecker zum Hafen Karlskrona. Der geht ohne Zugmaschine auf die Ostsee. Die Fährgesellschaft weiß soweit Bescheid. Im Gegenzug sammelst du dort einen Container mit Gartenmöbeln für IKEA in Uppsala ein.“ „Hey, ich darf mal wieder nach Hause.“ Ich überschlage im Kopf die Fahrzeit. „Verflixt. Bis nach Uppsala schaffe ich’s morgen nicht.“ „Soll ich die beiden Touren verkaufen?“ „Nein.“ „Hab ich mir gedacht. Für Donnerstag habe ich bisher noch nichts.“ …
Nach dem Telefonat bin ich bereits durch Malmö durch. Danach kommen entlang der E22 und Route 23 nur noch kleine Ortschaften. Kurz vor 16:00 Uhr erreiche ich planmäßig das Ziel in Växjö. James hatte mich zwischenzeitlich noch einmal angerufen und mir die Rampe fürs Absatteln mitgeteilt. Ich stelle den Trailer entsprechend direkt dort hin, sattel ab und stelle den DAF an die Seite. Erst dann gehe ich ins Büro, wo sich aber niemand blicken lässt. „Moin. Bin da wer noch?“ Keine Antwort. Aus den Augenwinkeln sehe ich einen Kaffeeautomaten. Wenn keiner mit mir spricht, dann warten wir halt. Gut, dass der DAF schon auf Feierabendposition steht.
Ich höre auf dem Gang schlurfende Schritte. Ein älterer Herr kommt in den Raum. Als ich ihn begrüße zuckt er erschrocken zusammen. „Müssen Sie mich so erschrecken? Wer sind Sie überhaupt?“ „Tschuldigung. Kann ja nicht ahnen,dass sie gerade in einer anderen Welt waren. Und auf Frage zwei kann ich ihnen nur die Antwort geben, dass ich ihnen vor etwa einer halben Stunde nen Kühlkoffer an die Rampe gestellt habe. Seit dem halte ich mich hier an nem Becher Kaffee fest.“ „Achso. Die Lieferung aus England?“ „Jo.“ „Gut, gut.“ „Meine Dispo müsste mich eigentlich bei Ihnen avisiert haben.“ „Möglich. Mein Kollege aus’m Büro hatte vorhin als er Feierabend gemacht hat irgendwas gebrummt. Ich glaub mein Hörgerät ist schwach – ich hatte ihn nicht wirklich verstanden.“
Ich gebe dem älteren Herrn die Papiere und nehme im Gegenzug meine Quittung entgegen. Ich verabschiede mich und gehe zu Fuß in die Stadt um mir etwas zum Abendessen zu suchen. Als ich später zurück am DAF bin folgt noch das abendliche Telefonat. Ich räume noch meine Sachen zusammen, damit ich die morgen in den nächsten LKW umlagern kann…
Mittwoch, Växjö.
Ich bin gerade fertig mit dem Frühstück und nehme den letzten Schluck von meinem Kaffee als ein weißer Dreiachser-Scania auf den Hof fährt. Der Fahrzeugtausch geht zügig über die Bühne, sodass ich um 08:00 Uhr losfahre. Den Trailer den ich zur Fähre bringen soll habe ich gestern Abend, als ich zu Fuß unterwegs war, schon gesehen. Die Strecke zum Fährhafen bringe ich ereignislos hinter mich. Auch die Übergabe des Trailers an das Personal und die Übernahme meines Containertrailers dort birgt keine Überraschungen – standardmäßiges Tagesprogramm.
Als ich Norrköping passiere klingelt mein Telefon. Berliner Vorwahl. „Juten Tach. Wer
stört?“ „Na wer woll. Icke.“ „Achso. Du willst mir vertelln, dass ich Wochenende machen kann wenn ich morgen bei IKEA durch bin?!“ „Vajisset. James sacht du fährst so gerne Fähre.“ „Aha? Sacht er?“ „Jau. Ick hab dir nen Pott nach Fredrikshavn gebucht bei Stena. Ablegen Freitag um 14:00 Uhr in Göteborg. Ziel der Tour ist Hirtshals.“ „Muss ich mir nen Trailer aus der Niederlassung mitnehmen? Wo wird geladen?“ „Den Trailer kannst bei Sandra uffm Hof lassen. Bei einem Supermarkt in Stockholm steht ein Penguin-Logistik-Trailer. Adressen Start/Ziel schick ich dir noch aufs Telefon.“ „’n Pinguin?“ „Hör uff zu lachen. Ich stell mir gerade ‚Dinner for one‘ vor.“ „Schon gut – so weit fortgeschritten is dat Jahr auch noch nicht. Du hast bestimmt gerade den Computer vor der Nase. Von den meisten Mädels weiß ich was sie machen. Haben Donald, Kim und Anna auch bis zum Wochenende zu schaffen?“ „Momentos. … Aaaalso Donald steht gerade in Düsseldorf und macht seine Ruhezeit. Fährt heute Abend dann nach Hamburg zu Jungheinrich. Bis zum Wochenende dann noch einmal für Lufthansa nach Berlin und für DHL
nach Rostock. Ist also wie alle anderen, außer Ida, zu Haus. Kim hat auch Lufthansa und DHL. Bei ihr müssen wir nächste Woche gucken; da hat sie kaum Stunden um die Doppelwoche einzuhalten. Anna macht bis morgen Abend noch ’ne Runde München, Berlin, München. In gelb.“ …
Meine Fahrzeit neigt sich dem Ende zu und ich überlege ich wo ich mich für die Nacht am besten hinstelle. Mein Telefon klingelt als ich gerade auf den Parkplatz kuller. Sandra. „Hi mein Schatz.“ „Na du. Wo bist du gerade?“ „Pershagen. Also nicht weit wech von zu Hause. Aber die Fahrzeit ist am Ende.“ „Ich hab noch. Hab gerade am Chassiporten abgesattelt damit die Nachtschicht mir den für morgen früh fertig macht. Ich komm rüber.“ „Super. Dann bis gleich.“ „Ses snart. Jag älskar dig.“ Ein paar Minuten später höre ich das Blubbern eines V8. Zeit für die erste gemeinsame Ruhepause seit Sandra übers Wochenende in München war.
Donnerstag, Pershagen.
Um 04:00 Uhr geht unser Wecker. Sandra muss um 04:45 Uhr am Chassiporten den Auflieger abziehen. Und ich muss spätestens um 07:00 Uhr in Uppsala bei IKEA an der Rampe sein. Für Frühstück bleibt uns somit keine Zeit. Gemeinsam machen wir an unseren Scania die Abfahrtskontrollen. Das ist schnell erledigt. „Sehen wir uns heute Abend?“ „Leider nicht. Mona hat mir für morgen 14:00 Uhr die Fähre nach Fredrikshavn gebucht. Den Trailer für die Tour muss ich mir in Stockholm abholen. Ich muss Mittags also wieder los.“ „Wann wolltest du starten?“ „12:30 Uhr.“ „Dann machst du uns Mittagessen. Ich komm um 11:00 Uhr zur Pause rein.“ „Aber liebend gerne. Bis später dann mein Schatz.“ „Bis später.“
Die ersten Meter fahren wir gemeinsam, dann trennen sich die Wege…
Um 06:30 Uhr erreiche ich den IKEA, der nur einen Steinwurf von meiner Zentrale entfernt liegt. Ich stelle den Zug an die Rampe. Im Büro werde ich freundlich begrüßt. „Morgen. Kaffee???“ „Hatte ich heute noch nicht.“ „Wie hast du denn ohne hergefunden? Hier hast einen.“ Dann folgt der Papierkram.
Der Trailer mit dem Container bleibt bei IKEA. Ich fahre die kurze Strecke zu meinem Hof. Nachdem ich den Scania gefüttert habe gehe ich erst einmal in die Küche – höchste Zeit selber mal zu frühstücken. Danach verschlägt es mich in die Halle – ich habe den 4×4-Kamaz, den wir von Alexej und Yanaa bekommen haben, bisher ja nur auf Bildern gesehen. Den 6×6 hingegen konnten wir ja schon fahren. Sandra hatte auch den 4×4 schon ausgefahren. Bei mir wird es aber noch eine Weile dauern bis ich die Zeit dafür finden werde. Nun ja… er läuft ja nicht weg.
Mal wieder meldet mein Telefon Gesprächsbedarf. Die Telefonnummer von Alex‘ und Yanaa’s Büro. „Moin. Chris hier.“ „Alexej hier. Fährst du, oder hast du Zeit?“ „Ich bin in Uppsala und streichele gerade den 4×4.“ „Aha. Schon damit gefahren?“ „Ich bisher nur den 6×6 in München. Sandra schon mit beiden. Mir fehlt die Zeit. Ich bin derzeit kreuz und quer unterwegs.“ „Das übliche also. Deine Disponentin Annyka hatte die Woche angerufen. Einer eurer Kunden… ähm wie hieß der noch…. ah… Maier-Flink…“ „Mhm. Ich weiß. Ihr rettet dem quasi den Mors. Ohne euch hätten wir die Tour ablehnen müssen.“ „Roman ist unterwegs damit. Der freut sich wie ein Schneekönig nach München zu dürfen.“ „Klingt als wenn beide Seiten was gewinnen. Annyka klang am Telefon auch nach Schneekönigin. Der Maier-Flink hat angekündigt dass künftig regelmäßig von München in eure Richtung gefahren werden müsste. Bei uns wird es daher demnächst einen neuen Fahrer geben. Und eine weitere Zugmaschine.“ „Habt ihr schon was in Sicht?“ „Fahrer nein. Zugmaschine hat Sandra online wohl schon einen Volvo-Dreiachser in Berlin gefunden.“ „OK. Sag Bescheid. Bis ihr einsatzbereit seit kann ich Roman für euch fahren lassen.“ „Alex, danke.“ „Wo geht deine nächste Tour hin?“ „Ich fahr nachher mit dem Miet-Scania nach Stockholm. Ich sammel nen Pinguin ein und fahre nach Dänemark.“ „Miet-Scania? Pinguin? Was ist mit deinem V8?“ „Meiner steht in Grimsby und wird derzeit ein bisschen aufgehübscht. Leder-Innenausbau und so weiter. Und Pinguin… besser gesagt ein Trailer von ‚Penguin-Logistik‘ aus Hamburg.“ Nach ein bisschen Smalltalk über LKW-Rallyes beenden wir das Gespräch.

