Kapitel 114 – Wenn der Vater mit dem Sohne

Montag, 29.10.2018

„Nur noch 5 Minuten…“ Die Schule in Großbritannien fing spät an, da war Chad es nicht gewohnt, früh aufzustehen. Es war ja auch erst 5:30 Uhr. „Willst Du nun mit oder nicht?“ Das wirkte. Wie von der Tarantel gestochen sprang unser Sohnemann aus dem Bett und lief ins Badezimmer. Weil er da immer nur in Unterwäsche raus kam und sich den Rest auf seinem Zimmer anzog, legte ich eine kleine Überraschung für ihn hin und ging dann runter in die Küche.
„Danke! Jetzt gehöre ich auch richtig zur Firma!“ Eine beige Jeans hatte ich ihm einfach mal so aufgenötigt, als wir Kleidung kaufen waren. Aber ich hatte vor den Ferien extra noch einen dunkelblauen Pullover in seiner Größe bestellt und unseren Firmennamen, seinen Vornamen und einen Union Jack.Bei uns hatten alle Fahrer ihren Vornamen und die Flaggen ihrer Sprachen auf Pullover oder Poloshirt klein auf der rechten Seite, den Firmennamen groß auf der linken. Rekordhalter war Timo, dessen neue Kleidung mit fünf Flaggen daher kam, seit sein Walisisch alltagstauglich geworden war. Chad würde wohl auf jeden Fall den Walisischen Drachen und vielleicht auch schon die Deutschlandflagge auf sein nächstes Shirt kriegen, je nachdem wie schnell er nun aus diesem raus gewachsen war.

„Welchen fahren wir? Den grünen?“ Ich hatte an sich den New Scania eingeplant, schon um zu sehen, wie der sich fuhr. „Den gemieteten.“ „Och nee. Der grüne klingt am besten von allen.“ Wo er nun mal Recht hatte, immerhin hatte der auch zwei Zylinder und zwischen 3 und 6 Liter Hubraum mehr als der Rest. „Da ist ziemlich wenig Platz drin für zwei.“ „Du hast mir doch erzählt, dass damit früher zwei erwachsene Männer nach Pakistan oder in die Arabischen Emirate gefahren sind.“ „Weil sie es nicht anders kannten und es keine größeren LKW gab.“ „Bitte!“ „Also gut. Aber beschwer Dich dann auch nicht, wenn Du Dir den Kopf beim Aufwachen anstößt oder wenn Du dauernd ein Sixpack Mineralwasser zwischen den Beinen hast.“
Von der Beladung ging die erste Fuhre sich knapp aus, die zweite war viel Luft und wenig Blech, also erst recht kein Thema. Danach mussten sich Lewis und Philip mit den 6 Tonnen weniger Nutzlast als ein normaler Zug rumschlagen. Also packten wir unsere Sachen und die Vorräte in den Iveco T und noch je einen Kanister mit Kochwasser und einen mit Brauchwasser dazu. Weil die Zugmaschine nun nicht für die Fahrt vorgesehen war, musste auch noch getankt werden.

PICKUP: UKDES-XYZ
DESTIN: IEGAL-STA
TRAILER: KFL105
LOAD: GLASS SHARDS
WEIGHT: 22,000
DISPATCH: UKDES-KFL-ERK

Glasscherben wurden in chemischen Prozessen mit Wärmezufuhr eingesetzt, um sicher zu gehen, dass die Flüssigkeit siedend kochte und nicht überhitzte und dann schlagartig verdampfte. Abholstelle war entsprechend ein Recyclingbetrieb hier im Gewerbepark, Empfänger ein Chemiewerk, das irgendwie zum Statoil-Konzern gehörte. Um viertel vor Acht hatten wir die Ladung drauf und der von Chad und mir so geliebte 17,4 Liter V8 bollerte unterm Kabinenboden, als ich auf dem North Wales Expressway nach Westen steuerte. Die deutsche Adresse auf der Plane stimmte auch nicht mehr, aber dieser Trailer und der andere Fruehauf würden das Neujahrsfeuerwerk sowieso nicht mehr erleben, zumindest nicht mehr in diesem Land.

„Na, kannst Du es?“ „Ja, auch den Teil, der da gar nicht steht: Llanfairpwll­gwyngyllgogery­chwyrndrobwll­llantysilio­gogogoch!“ Anfangs hatte Chad sich etwas dagegen gesträubt, dass wir jeden Tag eine andere Sprache benutzten. Auch weil er nichts verstand und mit ihm alles doppelt auf der „Amtssprache des Tages“ und Englisch laufen musste.
Das war aber am Ende das Erfolgsrezept, mit dem schon Luke und ich uns gegenseitig Deutsch und Walisisch in Rekordzeit eingetrichtert hatten und wie Timo mit Iestyn nur anderthalb Jahre gebraucht hatte, um sich auf Walisisch verständlich genug zu machen. Nach zwei Monaten konnte Chad einzelne Sätze auf Deutsch sprechen und verstand schon viel. Mit Walisisch war er sogar etwas weiter, einerseits wegen der Schule, in der er so lange Walisisch als Fremdsprache belegen musste, bis er seinen Pflichtteil an Fächern in dieser Sprache bestreiten konnte – und auch weil einer seiner neu gewonnenen Freunde in der Freizeit bevorzugt Walisisch sprach. Inzwischen sah er das regelmäßige Nutzen aller drei Sprachen als Ansporn
Wir setzten mit der Fähre von Holyhead nach Dublin über und aßen an Bord eine Kleinigkeit zu Mittag. Um 16 Uhr waren wir dann in Irland.

Galway lag allerdings ganz schön weit in Irland und so wurde es 20 Uhr, bevor wir entladen hatten. Da ich die ersten beiden Frachten selbst dispatched hatte, wusste ich, was kam.

LOCATION: IEGAL
ACTION: 11H BREAK
DISPATCH: UKDES-KFL-ERK

Ich fuhr zu einem LKW-Parkplatz, sattelte den Trailer ab und legte eine Diebstahlschutzmanschette um den Königszapfen. Dadurch passte er nicht mehr in eine Sattelkupplung.
Dann machten wir uns auf den Weg zu einem Hotel. „Schlafen wir nicht im LKW?“ „Früh genug.“ Wir nahmen unsere Reisetaschen und gingen ins Hotel auf unser Zimmer. Danach gab es noch ein kleines Abendessen, die Dusche und danach gingen wir ins Bett. Immerhin mussten wir morgen früh zu den ersten am Frühstücksbuffet gehören, wenn wir rechtzeitig bei der Ladestelle sein sollten.



Dienstag, 30.10.2018

Als wir kurz nach 7 gut gefrühstückt hatten und einstiegen, blieb entsprechend auch die Überraschung für mich aus:

PICKUP: IEGAL-STA
DESTIN: UKPER-XYZ
TRAILER: KFL105
LOAD: USED MACHINERY
WEIGHT: 6,000
DISPATCH: UKDES-KFL-ERK

Der Ladevorgang dauerte, auch weil noch kein anderer LKW da war, keine 30 Minuten und so waren wir auf dem Weg zurück zur Ostküste für eine Fähre nach Großbritannien. Als erstes ging es bei Dublin nach Norden. Es sollte eine Fähre von Nordirland nach Schottland werden. Immerhin kam man in Irland gut voran, es gab recht wenig Verkehr und damit auch keine Staus außerhalb des Berufsverkehrs. Die erste Lenkzeit war bei Castle Bellingham auf einem Rastplatz rum.
Also bekam erst mal der Turbo seinen Diesel und danach stellte sich für uns die Frage nach der Kette: „Subway oder Burger King?“ „Das sind Entscheidungen, die ich die ganze Zeit treffen könnte!“ „Damit das keine Gewohnheit wird, werden wir auch noch die eine oder andere Dose Campbell’s aufmachen. Bei dem Scania hätte ich auch frisch kochen können, aber hier haben wir keinen Kühlschrank für frische Zutaten und zu zweit keinen Platz für eine Kühlbox. Es wurde dann Subway. Um 13 Uhr ging es weiter und kurz nach 16 Uhr waren wir in Larne an der Fähre.

Die legte erst um 20 Uhr ab, also mussten wir uns die Zeit bis dahin im Fahrerhaus totschlagen. Dazu bevorzugten wir beide das gute alte Buch aus Papier. Ab und zu wechselten wir ein paar Worte: „Wird das nicht irgendwann langweilig, wenn man so warten muss?“ „Nein. Nicht in 4 Stunden. Von unserer deutschen Niederlassung in Bochum ist die Strecke nach Ancona in Italien so blöd, dass man die Fähre immer um 24 Stunden verpasst. Du siehst sie vielleicht noch ablegen, wenn Du zum Hafen kommst. Das wird irgendwann lästig.“ „Kann man da nicht irgendwie eine Stunde früher fahren, damit man noch drauf kommt?“ „Nein, denn die Kunden in Deutschland müssen ja erst mal öffnen, bevor Du beladen kannst. Damit steht die Abfahrtzeit fest.“

Nachdem wir auf die Fähre gefahren waren – und ich mich über 10 Jahre nach der letzten Fährüberfahrt innerhalb der Pause partout nicht mehr erinnern konnte, wie ich das mit dem mechanischen Fahrtenschreiber an der Fähre richtig machen musste, ich hatte ihn dann auf Fahrt gestellt, weil die anderen Einstellungen noch weniger Sinn machten und er von Pause da beim Fahren sowieso von alleine hin springen würde – gingen wir an Bord was essen. Zum Glück war es eine Fähre, die auch Autos mitnahm und deshalb von den Portionen auf Kinder und auch normal hungrige Erwachsene eingestellt war. Auf einer reinen LKW-Fähre hätte ich wohl einen „Räuberteller“ dazu bestellt und Chad was von meiner klischeemäßig dicken Portion abtreten müssen.
Auch hatten wir unsere Taschen mitgenommen und gingen unter die Dusche, die man hier für einen kleinen Unkostenbeitrag buchen konnte.

In Cairnryan fuhr ich wieder von Bord und stellte den LKW auf dem Pausenplatz am P&O Terminal gleich wieder ab. Neben einem Renault Magnum wirkte der Turbo dann mal wirklich winzig, wobei die Kabinen sich originellerweise von der Stehhöhe vor den Sitzen gar nicht viel aus dem Weg gingen. Großer Vorteil des Magnum war aber der fehlende Motortunnel. Das gab es vor 40 Jahren gar nicht, lediglich der Ford Transcontinental war vom Boden mit einer heutigen Motortunnelkabine vergleichbar und hatte 10 oder 15 Zentimeter Stufe. Den gab es im Gegensatz zum Iveco T dafür so gut wie gar nicht mit einem nach damaligen Maßstäben Hochdach. Der von der Grundkabine identische Berliet TR hatte zwar auf Wunsch die erste echte Hochdachkabine Europas, die fälschlicherweise meist Volvo zugeschrieben wird, aber dafür einen so dicken Motortunnel wie dieser hier, weil die Berliet-Maschine anders als der von Ford zugekaufte Cummins zu hoch war. Ford hatte von dieser Variante aber nur noch eine Hand voll gebaut, bevor sie sich aus dem europäischen Markt für schwere LKW verabschiedeten.

Ich zog den Vorhang vor die Scheiben und ließ Chad erst mal seinen Schlafanzug anziehen und dann gab es die erste Gepäckrochade, um sein Bett frei und seinen Sitz voll zu kriegen, während er sich nicht in Luft auflösen konnte. Dann machte ich mich selbst bettfertig, tauschte das Gepäck vom anderen Bett auf den Fahrersitz und kroch in die untere Koje. Wenigstens hatten wir die nachgerüstete Standklima, die für frische Luft bei ordentlicher Temperatur sorgte. Wie oft hatte ich im TurboStar damals die Wahl zwischen schlechter Luft und kalten Füßen gehabt?


Mittwoch, 31.10.2018

Um 6:30 klingelte der Wecker, wir schälten uns aus den Betten, brachten das Gepäck mit wohldurchdachten Tauschmanövern wieder darin unter und gingen noch mal für Toilette und eine Katzenwäsche in das Terminalgebäude. Dann gab es Müsli im Fahrerhaus und um 07:11 Uhr klickte der Fahrtenschreiber auf Lenkzeit, der V8 sprang an und es ging los.
„Und, wie war die erste Nacht im LKW?“ „Spannend. Aber nicht wirklich bequem.“ „Du wolltest ja unbedingt die 40 Jahre alte Zugmaschine. Im Scania hättest Du ein besseres Bett gehabt als Spanplatte mit Monoblock-Schaum-Matratze.“ „Besser als Zeltlager mit Schlafsack und Isomatte war es auf jeden Fall.“

Nur ein Hauch von Dämmerung war zu sehen, als wir in Stranraer über urige Brücken auf die Fernstraße fuhren.

Dank einer Umleitung und Stau lief mir die Lenkzeit durch die Hände. Noch vor Glasgow mussten wir Pause machen. Endlich waren wir beim Kunden in Perth und knapp 20 Minuten später waren wir entladen. Der nächste Auftrag war eingetroffen.

PICKUP: UKPER-FIG
DESTIN: UKLON-B&Q
TRAILER: KFL105
LOAD: CHIPBOARD
WEIGHT: 13,000
REMARKS: PART LOAD
DISPATCH: UKDES-KFL-LET

Na da hatte Lewis ja was mit uns vor. Einmal von Perth nach London. Ich rief den zweiten Auftrag ab:

PICKUP: UKEDI-XYZ
DESTIN: UKHUL-FIG
TRAILER: KFL105
LOAD: STORAGE VESSEL
WEIGHT: 6,000
REMARKS: PART LOAD
DISPATCH: UKDES-KFL-LET

Das lag zwar alles am Weg, aber würde dennoch ein heißer Ritt. Nicht von den Stunden, da hatte ich ja die vollen 56 Wochenstunden, weil ich seit Nikel im Sommer nicht mehr gefahren war. Aber es drohte, am Freitag in den Midlands zu scheitern und dann Samstag zu werden, bis wir zu Hause waren. Oder gleich per Umweg auf Samstag zu zielen. Bei Fiege streifte sich Chad dann doch seine Warnweste über, natürlich auch mit aufgedrucktem Namen, und kam mit, um im Büro mal kurz in die Fliesenabteilung zu verschwinden. Gute Idee an sich.

Fiege brauchte dann dank einiger Komplikationen in ihrer Lagerverwaltung noch fast eine Stunde, um die Spanplatten zu finden und für die Beladung. Dann waren wir wieder auf dem Weg.
Um 18:15 kamen wir in Edinburgh an und der Kunde wollte uns noch beladen, auch wenn sie offiziell seit 15 Minuten zu hatten. Es ging auch recht schnell, nach knapp 15 Minuten war das Gestell mit dem Vorratsbehälter drauf und die Papiere übergeben. Viel Zeit blieb mir nun aber auch nicht mehr und so fuhr ich nur noch ein Stück durch das Gewerbegebiet, bis ich eine passende Lücke am Straßenrand entdeckte, rangierte den Lastzug rein und machte den Motor aus.

„So, Feierabend!“ „Was, hier?” „Ja. Das kommt auch mal vor im Truckeralltag.“ „Und wo ist das Klo?“ Ich zeigte auf den Maschendrahtzaun. „Da.“ Während Chad also durch den Zaun auf das verwilderte Gelände dahinter pinkelte, fing ich an, den Gaskocher aufzubauen. Als die Dose Roastbeef and Mushroom Soup warm war, gingen wir bei den Temperaturen dann doch ins Fahrerhaus. Danach spielte Arsenal im League Cup gegen Blackpool und wir hörten nach alter Sitte eine Liveübertragung im Radio. Theoretisch wäre auch ein Stream auf dem Tablet gegangen, aber Chad fand es im Radio scheinbar genauso spannend wie ich. Mit 2:1 zogen seine Gunners ins Viertelfinale ein.

Anschließend mussten wir dann auch ins Bett, denn ich wollte gegen 5 wieder aufbrechen. Warum sollte man hier viel länger stehen als nötig?


Donnerstag, 01.11.2018

Nachdem uns der Wecker um 04:20 Uhr nach knapp 7 Stunden Schlaf aus dem Bett geklingelt hatte, gab es Katzenwäsche aus dem Kanister, für mich noch dazu die Klappspiegel-auf-dem-Tank-Rasur und dann die obligatorische Schüssel Müsli im Truck. Danach ging es weiter nach Süden.

„Mit Luke die Tagesfahrten nach Hull waren weniger abenteuerlich.“ „Ist Abenteuer gut oder schlecht?“ „Gut, nur ungewohnt. Wie lange hast Du dafür gebraucht, Dich dran zu gewöhnen ohne Dusche und Klo, mit Dosensuppe vom Gaskocher und in einem harten Bett?“ „Ungefähr in Deinem Alter…“ „Bist Du auch bei jemandem mitgefahren oder was?“
„Nein, ich bin Landkind und das war vor 30 Jahren. Da gab es kein London mit Einkaufszentren, Skaterbahnen und so. Wir sind am Wochenende oder in den Ferien mit Campingausrüstung auf dem Fahrrad losgefahren, haben irgendwo an einem Stausee oder Bach campiert und am nächsten oder übernächsten Tag waren wir zurück zu Hause. Als ich mit 21 den LKW-Schein gemacht habe, war das also eher eine Erinnerung an Kindertage. Und mein erster LKW war fast genau so einer wie der hier, nur das Cockpit war etwas moderner, dafür ohne Klimaanlage. Also auch das habe ich einfach angefangen.“
„Wo bist Du damit hin gefahren?“
„Schweden, Norwegen, Finnland, Großbritannien, Irland.“ „Cool. Können wir in den nächsten Ferien mal eine Tour weiter weg fahren?“ „Die nächsten sind die Weihnachtsferien, da fahren wir wahrscheinlich gar nicht. Aber in den Osterferien geht das, wenn Luke einverstanden ist. Oder Du fährst dann mal mit ihm. Wenn es Dir gefällt, kannst Du aber gerne öfter mitfahren in den Ferien.“ Das war ein Punkt, den wir natürlich nicht beeinflussen konnten, aber er schien sich für das Business zu interessieren.

Es war still geworden auf dem Beifahrersitz. Noch vor Einsetzen der Dämmerung passierten wir Hadrian’s Wall und als ich nach dem anstrengenden Anstieg durch die Serpentinen mit noch langsameren Kollegen vor der Nase jetzt mal einen Blick nach rechts warf, ließ Chad den Kopf schlaff nach vorne hängen und atmete gleichmäßig und langsam. Die Müdigkeit hatte noch mal gewonnen.

Als die Sonne gegen halb acht aufging, wurde er wieder wach. „Wo sind wir?“ „Tyne and Wear.“ Um halb 10 war dann nach allen Regeln der Mathematik die 45er fällig, dazu lag Exelby Services günstig, ein Autohof. Wir gingen ins Costa Cafe, wo wir uns eine Tasse Tee beziehungsweise Kakao gönnten. Um das Fastfood und Dosenfutter der letzten Tage abzutrainieren, nutzten wir die Gelegenheit, dass dieser Platz nicht sehr frequentiert war, um in einer freien Ecke des Parkplatzes uns mit einer eben im Shop gekauften Frisbeescheibe auszutoben.

Um 10:17 Uhr war dann die Pause rum und wir fuhren weiter zu Fiege in Hull. Dort kamen wir um 13 Uhr an und endlich passierte mal, wo ich eigentlich drauf gewartet hatte, seit Chad mich breitgeschlagen hatte, diese Zugmaschine zu nehmen. Der Wachmann am Tor guckte doof, dass ein Kind dort saß, wo er den Fahrer vermutete und ihm selbstbewusst die Frachtpapiere runter hielt. „Was machst Du denn da?“ „Sitzen.“ Der Humor unseres Sprösslings gefiel mir. „Und wer fährt?“ „Mein Vater, da drüben. Das ist ein Linkslenker.“ „Ach so. Dann soll er mal, gegenüber von den Toren am Zaun parken und die Plane aufmachen.“
Das tat ich dann, aber anschließend passierte nichts. Ein anderer Mitarbeiter kam vorbei, holte die Papiere und dann war wieder 20 Minuten Funkstille. Dann kam er wieder: „Wir suchen noch.“ „Das scheint bei Euch öfter zu passieren. Gestern schon bei der anderen Teilladung in Perth.“ „Nein, das sind nur zwei schlechte Tage. Gestern Morgen ist unser Hauptserver ausgefallen und die eingespielten Backups auf dem neuen Server heute haben alle seit dem Absturz geladenen Frachten nicht auf aktuellem Stand.“
Und so standen wir eine knappe Stunde, bevor ein Schwerlaststapler kam, den Behälter vom Auflieger hob und ich die Plane wieder zuziehen und abfahren konnte. Entsprechend war schon Abendstimmung auf der Humber Bridge.

Durch die lange Standzeit hatte ich wenigstens noch eine 45er zusammenbekommen und konnte so eine 10er Schicht einlegen. Deshalb kamen wir noch bis Woodall, wo der Betreiber Welcome Break beide Rastplätze betrieb und so die North und South Seite mit einer Brücke über den Motorway verbunden war. Also hatten wir die volle Auswahl an „gesündestem“ Essen. McDonald’s, deli2go, Burger King, Subway und Harry Ramsden‘s.
Wir entschieden uns für letzteren, wo Chad sich aus dem Kindermenü und ich aus der regulären Speisekarte am Ende das gleiche aussuchten. Fish & Chips mit Mushy Peas. Nur beim Getränk gab es einen Unterschied, der über die Größe der Portion hinausging. Wobei mir anstatt 7Up sein weniger süßes Lemon Squash aber auch lieber gewesen wäre.
„Ich denke, Du magst keinen Fisch.“ „Für Fish & Chips mache ich eine der wenigen Ausnahmen.“

Zurück auf unserer eigenen Seite der Autobahn gingen wir noch duschen und waren nach dem frühen Aufstehen auch müde genug. Die Nacht war allerdings unruhig, Chad rollte sich im Bett hin und her. Vermutlich lag das an der Autobahn, nachdem die beiden vorherigen Nächte im Fahrerhaus im Hafen und in einem Gewebegebiet keinen Durchgangsverkehr mit hohem Tempo hatten.


Freitag, 02.11.2018

Entsprechend müde schaute Chad morgens drein, als wir zum Frühstück über die Brücke wieder zu Harry Ramsden’s gingen. Allerdings war die Frühstückskarte für unsere Zwecke schmal. Mit übernachtenden Kindern wurde auf einer Raststätte wohl nicht gerechnet: „Haben Sie auch Kinderfrühstück?“ „Nicht ausdrücklich. Wenn er es schafft, das Traditional. Sonst Breakfast Bap.“ Das waren vier Zutaten von der Frühstückskarte im Brötchen. „Okay, dann nehme ich das Full English, extra Black Pudding und mit Orangensaft bitte. Und Du?“ „Wach würde ich das Traditional ja schaffen, aber noch im Halbschlaf eher nicht. Breakfast Bap mit Ei, Pilzen, Speck und Bohnen bitte. Dazu auch einen Orangensaft.“

Gestärkt ging es auf die M1 in Richtung London. Im Zulauf zum Perimeter und weiter in die Stadt war natürlich Stau und Berufsverkehr, so liefen mit die Minuten von der Scheibe. Es dauerte fast die ganzen viereinhalb Stunden bis zum Baumarkt, wo wir dann abgeladen wurden.

Anschließend gab es als Rückkehrauftrag Batterien für Gabelstapler zu Toyota nach Deeside. Wir fuhren zum Ladeort, zum Glück nicht weit weg und dann sah ich zu, dass ich Strecke machte. Leider war auch kein 10er mehr übrig, die hatte ich an den beiden vergangenen Tagen verheizt.

Ich rief mal in der Firma an, ob wir denn wohl noch mal 9 Stunden kurz vorm Ziel parken mussten oder jemand ablösen konnte. Einer konnte auf jeden Fall und genau dessen Durchwahl hatte ich genommen: „Hallo Ricky.“ „Hallo Philip. Wie sieht es denn aus? Mir wird wohl gegen 13:30 Uhr kurz hinter Stoke die Lenkzeit ausgehen.“ „Das ist ärgerlich. Wer kann denn sonst alles den Iveco fahren?“ „Luke, Timo und Du. Den Rest dürfte das Getriebe in den Wahnsinn treiben.“ „Timo kommt um 12 Uhr rum rein und hat auch noch reichlich Fahrtzeit. Dann werdet Ihr wohl eine Stunde oder so warten müssen.“ „Okay. Biete ihm an, eins von unseren Autos zu nehmen und gib ihm dann den Schlüssel aus dem Safe.“

Sandbach war tatsächlich Schluss, ich stellte den LKW ab und wir gingen ins Rasthaus. „Au ja, McDonald’s?“ „Nein, genug Junk Food für die Woche. Heute Abend koche ich uns was Richtiges. Wir gehen zu Costa.“ „Och Menno!” „So ist das nun mal. Das Essen auf den Fahrten ist nicht das beste. Also wird zu Hause vernünftig gegessen zum Ausgleich. Aber Du kriegst einen Muffin zum Kakao.“ Das war insofern gerecht, weil auch ich nun mal nicht ohne mein Laster Süßgebäck zum Kaffee oder Tee leben konnte.

Timo kam doch mit seinem eigenen Auto, aufgrund des schönen Wetters der Sierra Cosworth. Bei Regen und erst recht bei Schnee hätte er uns jetzt einen 2000er Ford Fiesta auf den Rastplatz gestellt, den er sich für den Winter gekauft hatte. Bei £ 50 Kaufpreis war wieder nicht vorgesehen, die Schüssel überhaupt im April zur MOT vorzuführen. Auch Timo nahm noch einen Kaffee bei Costa.

„Kriegst Du Fuller noch hin?“ „Klar. So was verlernt man nicht, hat mir mal jemand gesagt.“ Dann fuhren wir jeweils mit fremdem automobilem Kulturgut zurück nach Deeside. Unterwegs fragte ich mal nach: „Und, wie war die Fahrt!“ „Cool. Das können wir immer wieder machen.“ Da war wohl jemand Feuer und Flamme fürs LKW fahren und auch die eine oder andere unangenehme Erfahrung hatte ihm wohl die Laune nicht verdorben.



November 2018

Der Monat lief weitestgehend in den Bahnen des Alltags. Die Anfrage von Stobart für Weihnachtsverkehr kam wieder rein, auch wenn meine Truckfest-Bekanntschaft Andrew Tinkler als Geschäftsführer im Laufe des Jahres ausgeschieden war. Und wieder beschlossen wir, durch Umschichtungen mit der Chemiesparte von Bochum die entsprechenden Kapazitäten freizuschaufeln. Außerdem mobilisierte ich Reza mit Lukes Volvo FH16 Classic für die Zeit.

Nur wenige Ereignisse zählten nicht zum Alltag. Im Privatbereich schoss insbesondere Arsenal die Euroleage-Vorrundengruppe sturmreif und zog durch ein Unentschieden gegen Sporting Lissabon im vierten von sechs Spielen sicher in die KO-Runde ein. Das verleitete Luke zu der unvorsichtigen Aussage: „Wenn sie die Europa League gewinnen, kannst Du bestimmen, wo wir Sommerurlaub machen.“ „Und wenn Cardiff die Klasse hält und Arsenal nicht die Europa League holt, dann bestimmst Du es.“ Danach sah es gerade so gar nicht aus. „Und wenn weder Arsenal die Europa League gewinnt, noch Cardiff die Klasse hält, aber Everton sich für Europa qualifiziert, hast Du das Recht.“ Na auch fremde Äpfel fielen nicht weit vom Stamm und das Wetten lag dem Briten sowieso im Blut. Das war bei meinem Verein, dessen größtes Talent darin zu bestehen schien, den besten Platz zu belegen, der nicht für Europa berechtigte, auch ein heißer Einsatz. „Und wenn es alle drei Vereine nicht schaffen?“ „Fällt der Urlaub aus…“ „Nee, ne?“ „Nein, dann entscheidet ganz normal der Familienrat.“ Ein 1:0 in der Liga zwischen Everton und Cardiff erhöhte jedenfalls meine Chancen gegenüber Lukes um 3 Punkte.

Im Büro gehörte zu meinen nicht alltäglichen Ereignissen, dass ich ECMT-Genehmigungen beantragte. Die wurden im Fall eines harten Brexits gebraucht, um Konzessionen für Transporte aus einem Drittland, das wir dann wären, in die EU durchführen zu dürfen.

Und mein privates Spezialproblem war, dass ich einen wichtigen Termin erfuhr, als sich Timo die Unterlagen abholte. „Wir heiraten am 16.03.2019. Hier sind die Kontaktdaten von Iestyns Trauzeuge.“ „Kurz vorm Brexit. Mal im Vertrauen, das ist aber keine Nothochzeit für eine Aufenthaltserlaubnis?“ „Nein, natürlich nicht. Also der Termin schon, weil es beim harten Brexit die Bürokratie wirklich deutlich vereinfachen würde. Sonst würden wir es in den Mai legen wegen Wetter.“

Apropos Brexit, auch im November handelte Theresa May mit der EU endlich einen Deal aus. Und so weit auseinander wie Lewis mit Plaid Cymru und ich als nicht fest mit einer Partei verbandeltem, aber als Liberalist den Liberal Democrats und als Eurosceptic und eher wohlhabender Unternehmer den Konservativen nahe stehende Person sonst lagen – hier herrschte Einigkeit zwischen uns. „Dieser Deal ist jawohl der größte Sch…rott aus beiden Welten!“

Der Dezember hielt dann nicht mehr viele Besonderheiten bereit. Politisch kam es zur Verschiebung der Abstimmung über den Brexit-Deal, denn die Profi-Politiker waren zum gleichen Urteil gekommen wie Lewis und ich und eine krachende Niederlage drohte. Das ließ mich wiederum zum Telefon greifen und ein paar Dinge organisieren.

Und eine Besonderheit wurde dann der neu auserwählte Aufliegerlieferant, der es gnadenlos versägte. Ich hatte drei Curtainsider bestellt, die noch Ende des Jahres geliefert werden sollten. Zwei sollten die Fruehauf ersetzen und der dritte die neue Reserve werden, nachdem wir eine Zugmaschine mehr im Einsatz hatten. Vielleicht sollte ich stornieren und wieder bei Dennison kaufen. Leider hatten die im Alltag ein paar Nachteile, weshalb ich eigentlich auf österreichische Qualitätsware ausweichen wollte.

Nun entpuppte sich der Händler als nicht vom Werk autorisiert und die Garantie basierte auf EU-Recht, was ein nicht sonderlich zukunftssicheres Konstrukt in diesem Land war. Ich begann nun also auch noch einen Rechtsstreit auf Wandlung wegen Vertragsabschluss auf Vorspielung falscher Tatsachen. Wenn man sonst nichts zu tun hat. (Eigentlich habe ich im Spiel erst mal Schwarzmüller-Trailer gekauft und dann gesehen, dass es die gar nicht im UK offiziell zu kaufen gibt)

Am 21.12. als letztem Freitag vor Weihnachten fand traditionell die Weihnachtsfeier statt. Um zu vermeiden, dass wir uns ein Sonderrecht gegenüber Merwyn als zweitem Familienvater in der Belegschaft einräumen, durfte Chad nicht mitkommen und wurde bei seinem Schulfreund zur Übernachtung einquartiert.
Diesmal ging es wieder mit Partnern für ein Abendessen und Übernachtung mit Frühstück ins Hotel, diesmal das Llandudno Bay Hotel und nachdem letztes Jahr noch jeder selbst zahlen musste, weil Philip das so von Duncan übernommen hatte, ließ ich diesmal die Rechnungen auf die Firma gehen.

Bei uns hatte sich nicht allzu viel getan dieses Jahr. Die Zeit der großen Erneuerung war rum und die Unsicherheit um den Brexit bremste das Wachstum aus.

Fahrzeug: DAF XF 106.510 Super Space Cab „Union Jack“
Kennzeichen: DA65 JMN
Zulassung: 02.10.2015
Laufleistung: 268.000 mls / 460.200 km
Lenkrad: rechts
Fahrer: Merwyn Thomas (40)
Einsatzprofil: Nationaler Fernverkehr
Fahrzeughistorie und Fahrerprofil: Dieser DAF ist der letzte von Duncan gekaufte Truck. Als Fahrzeug von James Duncan bekam er eine Sonderlackierung mit wehendem Union Jack. Eigentlich sollte er im September 2018 ausgeflottet werden. Aufgrund der Unsicherheit um den Brexit wurde das jedoch verschoben.
Merwyn stammt aus dem Nordwesten von Wales und hat den LKW-Führerschein während seiner Karriere als Berufssoldat erworben. Seine Muttersprachen sind Walisisch und Englisch, in der Schule lernte er Französisch. Er fährt als Vater von zwei Kindern lieber nationalen Fernverkehr und auf den Kontinent unmittelbar hinter der Küste, damit er jedes Wochenende zu Hause ist.
Als Vater und Hausbesitzer sind die Hobbys zwangsweise Familie und Renovierungsarbeiten, anstatt Garten umgraben aber auch gerne doch ein Tennisspiel mit Freunden. Er ist einer der wenigen, die sich mit Fußball nicht begeistern lassen. Stattdessen schaut er Rugby, wo er Fan der Llanelli Scarlets ist.

Fahrzeug: Scania R490 Serie 6
Topline „Clan Hannay“
Kennzeichen: DK66 ERM
Zulassung: 14.02.2017
Laufleistung: 149.600 mls / 240.700 km
Lenkrad: rechts
Fahrer: Shawn Hannay (23)
Einsatzprofil: Internationaler Fernverkehr

Fahrzeughistorie und Fahrerprofil: Wie die Zeit und die Meilen vergehen. Dieser Truck hat die Mitte seines planmäßigen Lebens schon überschritten. Das wirft langsam auch die Frage auf, was nach dem Ablauf der drei Jahre und 250.000 Meilen mit den personalisierter Trucks passieren soll. Ein Thema, das wir bisher noch gar nicht so auf dem Schirm hatten.
Es war der zweite, aber ist inzwischen der älteste mit der blau-beigen KFL-Lackierung. Alle neuen Trucks werden personalisiert auf die Stammfahrer und für Shawn wurde das Motto sein Clan. Die Lackierung enthält den Tartan, das in der Kleidung als Gürtelschnalle getragene Clanzeichen und das Familienwappen.
Als ehemaliger Auszubildender ist Shawn der jüngste Angestellte, der von Duncan übernommen wurde. Nach seiner Ausbildung wechselte er in den Fernverkehr und fährt mit großer Freude Fernstrecken bis ans Mittelmeer oder in den hohen Norden. Bedingt durch die Preise für britische Fahrer geht es eher selten in den Osten, das machen die Fahrer von dort. Bei Shawn kann es auch öfter vorkommen, dass er zwei Wochenenden draußen bleibt, selten sogar drei.
Shawn ist zwar gebürtiger Waliser, aber seine Eltern stammen aus den schottischen Lowlands. Der Clan Hannay allerdings hat eine Vergangenheit, die mit den Highlands verbunden sein muss. So spricht er wie die ganze Familie neben Englisch als zweite Muttersprache Gälisch, während alle anderen Lowland-Clans Scots sprechen. Aus der Schule kann er außerdem Walisisch und etwas Spanisch.
Wenn er dann doch am Wochenende zu Hause ist, dann pflegt er entweder die schottische Kultur, teilweise sogar als Turniertänzer bei Highland Games, bei denen er als Hannay antreten darf. Oder er lebt für seinen extrem getunten Vauxhall Corsa C und schaut außerdem regelmäßig Fußballspiele der Glasgow Rangers.

Fahrzeug: Iveco Stralis Hi-Way 500 „Blue Gothic“
Kennzeichen: DK17 KDZ
Zulassung: 24.08.2017
Laufleistung: 76.600 mls / 123.200 km
Lenkrad: rechts
Fahrer: David Brooklands (20)
Einsatzprofil: Nationaler Nah- und Fernverkehr

Fahrzeughistorie und Fahrerprofil: Durch einige Fahrten während seiner Ausbildung mit Ricky wurde auch Davey zum Iveco-Fan. Um Daveys Begeisterung für dunkles Mittelalter mit unserer Firmenfarbe in Einklang zu bringen, bekam seine Zugmaschine den Namen „Blue Gothic“ und ein leicht okkult anmutendes Dekor. Bedingt durch die Ausbildung darf Davey nicht das Vereinigte Königreich verlassen. Meistens fährt er Touren mit einer oder zwei Übernachtungen in Großbritannien. Selten sind auch Wochentouren dabei und noch seltener eine Fährpassage nach Nordirland oder auf einen Kronbesitz, also Isle of Man oder eine Kanalinsel.
Das Design der Zugmaschine ist sehr kontrovers in Spotterforen diskutiert und insbesondere aus Irland, Italien, Spanien und Polen gab es an Shitstorm grenzende Kommentare wegen der Pentagramme. Spätestens zu Daveys Abschlussprüfung wird Luke da mal die normalen Achtstrahlsterne anbringen müssen, wenn Davey im internationalen Einsatz nicht das Opfer von Farbbeutelattacken werden will. Und endlich international fahren zu dürfen kann er kaum erwarten.
Davey ist gebürtiger Engländer, aber seine Mutter ist deutscher Abstammung. Davey wurde direkt nach der Übernahme von Duncan of Deeside Auszubildender als Berufskraftfahrer. Neben den Muttersprachen Englisch und Deutsch spricht er Schulfranzösisch. Sein Hang zu Mittelalter und dunklen Mächten stammt vor allem aus seinem Hobby Fantasy-Rollenspiele und Fantasy-Romane. Selbst ist er allerdings durchaus christlich und hat beim Glauben nichts mit dunklen Mächten am Hut. Um sich selbst zu bewegen fährt er am liebsten Fahrrad und beim Bewegen zugucken macht er mit den Spielern von Nottingham Forest.

Fahrzeug: MAN TGX XLX „Ddraig Goch“
Kennzeichen: DC67 NXE
Zulassung: 11.10.2017
Laufleistung: 88.700 mls / 142.700 km
Lenkrad: rechts
Fahrer: Lucas Kaiser-Leighton (36)
Einsatzprofil: Pendelverkehr Fährhafen.

Fahrzeughistorie und Fahrerprofil: Als Ersatz für einen Unfall-Totalschaden bekam Luke einen neuen Truck. Der wollte back to the roots und nahm MAN als legitime Nachfolgemarke seines britischen Lieblingsherstellers ERF. Da konnte auch Volvo als zweite große Liebe nicht den Rang ablaufen. Das persönliche Dekor zeigt den Walisischen Drachen auf der Davidsfahne, ein starkes walisisches Symbol. Auch das Motto „Y Draig Goch ddyry cychwyn“ ist eine Aussage voller Nationalstolz.
Luke lernte Berufskraftfahrer bei einem kleineren Unternehmen in West Wales und kam danach zu BP, wo er Ricky kennen lernte. Seit Mitte 2015 fuhr Luke für KFL in Bochum mit Ricky im Zweierteam. 2016 gingen sie nach Deeside, damit Ricky die gekaufte Firma Duncan in die KFL Ltd. umzuwandeln und leiten konnte. Seitdem fährt Luke Trailerpendel zum Hafen in Hull.
Neben seinen Muttersprachen Walisisch und Englisch spricht Luke fließend Deutsch und nicht ganz so fließend Französisch. Seine Hobbys sind Malerei mit der Airbrush und Motorradfahren. Bei aktivem Sport ist er nicht auf eine Sportart festgelegt, beim passiven Sport dafür umso extremer auf den Fußballverein Cardiff City F.C., das Rugbyteam Llanelli Scarlets und das MotoGP Werksteam von Suzuki. In der sich nach keinem festen Plan zu einer zwanglosen Rocksession treffenden „Firmenband“ ist er Schlagzeuger.

Fahrzeug: MAN TGX XXL 500 „Far Side of the World“
Kennzeichen: DE67 MOS
Zulassung: 14.11.2017
Laufleistung: 88.700 mls / 142.700 km
Lenkrad: rechts
Fahrer: Timo von Hofmeister (25)
Einsatzprofil: Internationaler Fernverkehr

Fahrzeughistorie und Fahrerprofil: Als er sich einen neuen Truck aussuchen durfte, wählte MAN-Fan Timo natürlich einen TGX. Timo ist bisher durch extremes Fernweh aufgefallen, daher das Motto, das wörtlich übersetzt „Am anderen Ende der Welt heißt“, auch wenn der Filmtitel damals auf Deutsch anders hieß (Master and Commander, bis ans Ende der Welt) und das Segelschiff passend zum Film.
Seit Sommer 2014 fährt Timo bei KFL, zuerst in Bochum. 2017 wechselte er nach Deeside. Im Herbst 2018 verlobte er sich mit seinem Freund Iestyn während einer Bandprobe, wo Deutsch- und Musiklehrer Iestyn als Mitglied ehrenhalber Keyboarder, Sänger und dankbar aufgenommene Quelle für Noten ist. Timo spielt Bass und singt ebenfalls in der Band.
Sprachlich ist der in Mexiko geborene Timotheus III Albert Justus Heinrich Hofmeister von Neckargröningen-Remseck mit Deutsch und Spanisch als Muttersprachen, dazu fließend Englisch und Französisch, mittlerweile ganz passabel Walisisch und immerhin ein paar Sätzen Portugiesisch unser Multitalent.
Selbst spielt er Tennis, Golf hat er in Deutschland eher als Rentnersport verleugnet, spielt es in Großbritannien aber gerne, weil es hier ein anderes Ansehen hat. Beim Sport zugucken macht er lieber bei seinem deutschen Fußballverein Schalke 04. Und schließlich ist da noch das Sommer-Auto, ein Ford Sierra Sapphire RS Cosworth mit im Originalzustand beachtlichem Seltenheitswert.

Fahrzeug: Mercedes Actros 2551 Gigaspace „Blue Pride“
Kennzeichen: DB18 RFL
Zulassung: 12.03.2018
Laufleistung: 57.400 mls / 92.400 km
Lenkrad: rechts
Fahrer: Alex Taylor (25)
Einsatzprofil: Internationaler Fernverkehr

Fahrzeughistorie: Der bisher letzte Neuzugang in der eigenen Flotte war Alex Mercedes. Als fast 2 Meter großer Fahrer suchte er sich seine Kabine vor allem nach dem Platzangebot aus und dort ist Mercedes allenfalls von Renault und dem neuen Scania in Bedrängnis zu bringen. Everton-Fan Alex bekam mit Rickys Segen seinen Verein als Motto.
Fahrerprofil: Alex war der erste unter KFL Ltd. neu eingestellte Fahrer. Er ist Engländer, aber in direkt hinter der Grenze in Wales, hier in Städtebund Deeside aufgewachsen. Nach seiner Ausbildung fuhr er erst einmal 3 Jahre Nahverkehr und wollte in ein Unternehmen wechseln, wo er weiter weg kommt. Heute ist er im Fernverkehr unterwegs und fährt auch ab und zu mal so weite Touren, dass er ein Wochenende draußen bleiben muss.
Er spricht Englisch und als Schulfremdsprachen Walisisch und Deutsch. Selbst ist er Jogger und Schwimmer, als Zuschauer Fan der Formel 1 und des Everton FC. Außerdem daddelt er gerne am Computer und spielt Gitarre, ist aber nicht in der Firmenband.

Fahrzeug: Scania R410 Standard
Kennzeichen: MA16 DME
Anmietung: 25.10.2018
Laufleistung im Unternehmen: 7.000 mls / 11.300 km
Lenkrad: rechts
Fahrer: Andrew Grant (28)
Einsatzprofil: Nahverkehr

Fahrzeughistorie: Dieser Neuzugang ist nur gemietet. Nachdem das Partnerunternehmen Wyatt & Stack sich trennte und wir nur noch mit Kevin Stack zusammen arbeiten wollten, musste der westliche Teil des Gebiets nun selbst bewirtschaftet werden. Da die Unsicherheit um den Brexit große Investitionen riskant macht, wurde ein Fahrzeug angemietet.
Fahrerprofil: Andy ist Engländer nigerianischer Abstammung und stammt aus London. Er zog zur Ausbildung als Fahrer nach Liverpool und fuhr Fernverkehr. Hieran scheiterte auch seine zu dem Zeitpunkt wenigstens noch kinderlose Ehe. Er bewarb sich bei KFL, um Liverpool den Rücken kehren zu können. Heute lebt er in Chester.
Er spricht Englisch und Französisch, hält sich mit joggen fit und ist zum Leidwesen des ebenfalls aus London stammenden „Juniorchefs“ Chad Fan von Lokalrivale West Ham United.

Fahrzeug: Volvo FH16 1993 Globetrotter XL
Kennzeichen: N756 WLG
Zulassung: 1995
Laufleistung: 2.600.000 km
Lenkrad: links
Einsatzprofil: Showtruck

Fahrzeughistorie: Ein Spielzeug für Männer ist dieser Truck. Er diente lange Zeit in Schweden in der Firma unseres Freundes und heutigen Kooperationspartners Dominik. Nachdem der Fahrer, der ihn nie her geben wollte, in Rente ging, kaufte Ricky den Truck und fuhr damit auf einige Treffen, als Vertretung für Fahrer im Urlaub und eine Tour mit Spenden nach Nikel im Norden Russlands. Als Luke eine spitze Bemerkung machte, dass Ricky besser zu einem Iveco passen würde, wurde es sein Schaustück.

Fahrzeughistorie: Nachdem er eine dicke Lippe riskiert hatte, musste Luke das Versprechen einlösen, dass Ricky einen historischen Iveco LKW bekommen sollte, wenn er selbst den Volvo wollte. Der Zufall wollte es so, dass er einem alten Freund gehörte. Sebastiano Rivetti ist der Bruder eines Unfallopfers, dem Ricky einst erste Hilfe leistete.
Die Brüder hatten sich im Streit getrennt und Sebastiano musste mit einem günstigen LKW Geld verdienen oder einen Kredit aufnehmen. Dabei entschied er sich anstatt für einen abgerockten 15-Jährigen oder einen neuen auf Pump eben für einen gut gepflegten historischen. Für den Einsatz im Alltag ließ er ein Festnavi einbauen und von außen unsichtbar unter der Dachhaube auch eine Standklimaanlage.
Seit der Übernahme war Ricky mit dem LKW auf einigen Treffen in England und Wales, mit einem Hilfstransport in Nikel und auf dem eher touristischen Rücktrip am Nordkap und auf einer Runde mit Sohn über die britischen Inseln.



Aus dem Bestand ist auch in diesem Jahr ein Truck abgegangen:

Fahrzeughistorie: Mit dem großen XF105 verließ der letzte Euro 5 die Einsatzflotte. Das Interesse an dieser Zugmaschine war, da auch Euro 5 sich bei einem harten Brexit zum Nachteil entwickeln wird, verhalten, weshalb auch er wieder den Weg über Bochum nach Kenia antrat. Vor 2 Jahren wäre es kein Problem gewesen, einen LKW mit der eine Stufe älteren Abgasnorm und mit unter 400.000 Meilen im Inland zu verkaufen.


Die weiteren Fahrzeuge sind straßenzugelassen ein Toyota ProAce Werkstattwagen und nicht zugelassen ein Leyland-DAF 75 Hofhund sowie einen Gabelstapler und eine Aufsitzameise.

Ohne Trailer wäre allerdings keine Spedition vollständig. Von Duncan wurden seinerzeit Trailer von Fruehauf mit Ladebühne übernommen. Davon sind noch 2 übrig, was aber auch nicht geplant war. Es kristallisierten sich immer mehr Probleme mit den Trailern heraus, die auf Sparmaßnahmen nach der Insolvenz von Fruehauf USA und vor der Überarbeitung der Produktpalette durch Wielton zurückgehen. Ärgerlich ist, dass sie noch die alte deutsche Adresse zeigen.
Die Ablösung ist bestellt, aber noch vor Lieferung schon wieder in Vertragswandlung.

Die meisten Trailer sind Curtainsider des britischen Herstellers Dennison. Es gibt derzeit 4 Stück davon.

Da die Nachfrage nach Kühltransporten nicht mehr mit einem Zug aus Deutschland abgedeckt werden konnte, läuft auch in Deeside ein Kühler von Chereau.

Im Büro muss es natürlich einen Chef geben. Eric-Simon Kaiser-Leigton, genannt Ricky und 39 Jahre alt hätte von der Ausbildung an sich Trecker reparieren sollen. Er wurde durch die Umstände aber doch Fernfahrer und gründete 2013 eine Spedition, die 2014 mit den Franke-Brüdern in der Firma KFL Intertrans aufging. 2016 mit der Übernahme von Duncan kamen der Umzug nach Wales und der Wechsel ins Büro.
Rickys Sprachkenntnisse sind auch recht breit. Neben der Muttersprache Deutsch sind Englisch und Walisisch fließende Fremdsprachen. Italienisch läuft sehr unrund. Sport treibt er zu wenig, aber die Lehre aus dem Kauf der Windmühle ist, dass eher in die Höhe ausgerichtete Immobilien auch fit halten.
Viel lieber als aktiver Sport sind Ricky da das Motorrad und die Modelleisenbahn, die E-Gitarre und Gesang in der Firmenband und Basteln am Iveco T. Wenn schon Sport, dann zum Gucken. Mit Kölner Haien, VfL Bochum, Everton F.C. und dem Yamaha MotoGP-Team gibt es genug Auswahl.

Außerdem im Büro gelandet ist Philip Knight, 55 Jahre alt. Er war Fahrer bei Duncan, übernahm das Büro, nachdem James Duncan verschwunden war und blieb dort, nachdem die Firma durch KFL übernommen worden war. Er spricht Englisch und eher stockendes Schulfranzösisch. In seiner Freizeit spielt er Golf und Darts, beides verfolgt er auch als Zuschauer.

Und in der Halle sind noch drei Angestellte unterwegs. Gary Sheldon, 45 Jahre alter Engländer, ist der Lagerleiter. Seine Freizeit verbringt er mit Frau, Kindern und Hund.

Gary wird seit diesem Jahr in Vollzeit von dem 21-jährigen Rafal Mikolajczak unterstützt. Trotz seines Namens ist er Engländer, seine Familie lebt seit über 50 Jahren in Cheshire. Sein Studium beendete er wegen anhaltend schlechter Noten.
Der begeisterte Langstreckenläufer hat aber in Sachen Sport einen Schönheitsfehler aus Rickys Sicht, denn er ist Fan von Stadtrivale F.C. Liverpool. Bei fremden Fahrern hilfreich sind seine polnischen Sprachkenntnisse.

Benjamin Banes ist Waliser, 26 Jahre alt und KFZ-Mechatroniker. Er sorgt in der Werkstatt dafür, dass die Flotte läuft. In seiner Freizeit spielt er Rugby und pflegt die walisische Tradition, in einem Männerchor zu singen. Außerdem spielt auch er Keyboard und singt in der Firmenband.

Jüngster auf der Lohnliste ist Azubi Lewis Thomson, 17 Jahre alt und ebenfalls Waliser. Er lernt Speditionskaufmann bei Ricky und Philip im Büro. Seine Freizeit verbringt er auf dem Rennrad, singt in einem Jungenchor und lebt politische Ambitionen in der Jugendorganisation der Partei Plaid Cymru aus. Mit Gitarre und Gesang ist er weiteres Mitglied in der Firmenband.

Wirklich jüngster mit 10 Jahren und daher ohne Rolle in der Firma ist Chad Kaiser-Leighton. Luke und Ricky nahmen ihn im Sommer auf und adoptierten ihn im Herbst. Er interessiert sich für LKW und kann inzwischen das erste schwierige, was Kinder in dieser Hinsicht lernen – Zugmaschinen auf der Autobahn von hinten am Spiegelgehäuse erkennen. Außerdem wartet er nicht nur wie alle Kinder auf die nächsten Ferien, weil dann keine Schule ist, sondern weil er dann mit auf Tour darf.
Ernsthafte Hobbys hat er keine, in dem Alter auch üblich. Da wird mit Freunden Rad gefahren und Fußball oder in Wales natürlich auch mal der Volkssport Rugby gespielt, geschwommen oder einfach nur auf dem Spielplatz getobt. Zu Hause guckt er mal fern, liest, hilft bei leichter Gartenarbeit oder Ricky an der Modellbahn. Eher ungern spielte er Geige, aber nachdem er von Iestyn eine E-Geige geliehen bekam und erkannte, welche Rolle dieses Instrument in bestimmten Richtungen von Rock und Metal spielen kann, hat sich das gewandelt und er ist mit Eifer dabei. Und ungebrochen ist auch hunderte Meilen entfernt noch die Liebe zum FC Arsenal.


Die Niederlassung in Bochum hatte 2018 ein entscheidendes Jahr. Nachdem das ursprüngliche Grundstück in der Coloniastraße zu klein wurde um eine Kühlhalle zu bauen, zog die Niederlassung um nach Bochum-Harpen.
Im Laufe des Jahres wurden 3 LKW abgelöst. Der seinerzeit für Timo gekaufte MAN TGX Euro 5, den zum Schluss Serkan fuhr, der unter der Folie mintgrüne Scania R500, der entgegen des Hobbys, merkwürdig gefärbte Fahrzeuge anzukaufen, nicht an EPT in Dresden ging und der ursprünglich von Maxim und am Ende noch von Azubi Sebastian pilotierte Iveco Stralis Hi-Way. Dass der Azubi schon mit einem Volvo FH mit Globetrotter XL Fahrerhaus unterwegs ist, deutet darauf hin, dass der die Mehrheit seiner Zeit auf dieser Zugmaschine auch nicht mehr in der Ausbildung sitzen wird.
Die ältesten Schätzchen sind nun Marlons Nahverkehrsrutsche und die beiden Showtrucks, für die längere Nutzungszeiten gelten.
Wachstum in der Gruppe findet derzeit zu Lasten von Talke statt. Vor Jahresfrist waren 3 Trucks in beige-blau für die Gruppe unterwegs und ein vierter von der Resterampe in dieser Lackierung mit Azubi zusammen mit 8 rot-blauen für Talke. Mittlerweile sind aber schon 5 für die Gruppe im Dienst und dass Sebastians neuer Volvo in dieser Farbe daher kommt, ist kein Zufall, auch wenn der weiter für Talke eingesetzt ist. Somit sind derzeit 7 und ab Sommer 2019 nur noch 6 für den Chemietransporteur abgestellt, bei denen es dann langfristig bleiben soll. Insgesamt hat die Niederlassung inzwischen stolze 12 Zugmaschinen sowie 2 Kühler, ein Curtainsider und 4 Trockenkoffer, wobei letztere durch den unbegleiteten Trailer Exchange auf der Fähre einen großen Teil ihrer Einsatzzeit ohne Zugmaschine verbringen.


Scandinavia Express Paderborn modernisierte die halbe Flotte, bei 4 Trucks kein Kunststück. Traditionell fahren die Trucks aus Deutschland nach Skandinavien und Finnland, wobei Schweden etwas nachgelassen hat. Dafür wurden das Baltikum und Polen gestärkt. Ab und zu geht es aber sogar auf die Färoer oder nach Island.


Scandinavia Express Neuss steuert auf ein Problem aus dem Erbe von Patrick Schütz zu. Die Flotte wurde seinerzeit in bekannter Weise komplett rausgeschmissen und neu gekauft. Somit sind alle vier Fahrzeuge gleich alt und stehen auch 2019 alle gleichzeitig zur Erneuerung an.
Um das zu entschärfen bekam Thor schon einmal prophylaktisch eine neue Zugmaschine. Luca wird sie dann planmäßig im Winter ersetzt bekommen und Matthias wird sich bis in den Sommer 2019 gedulden müssen.
Ex-Azubi Maxi, der im Frühsommer seine Ausbildung beendet hatte, würde seinen einstigen Lehrherren noch einmal ausbaden müssen. Sein MAN bleibt ihm so lange erhalten, bis der Brückenzug bei Transalpin zur Ablösung ansteht. Dann soll er für freizügigen Einsatz aller Fahrzeuge auch einen Sattelzug bekommen.


Transalpin in Perchtoldsdorf bekam den ersten nicht-Mercedes in die Flotte, als kurz vor Jahresende Niko sich für den als Alternative zum guten Stern auf allen Straßen angebotenen Renault entschied. Das Einsatzgebiet der 5 Trockenzüge liegt in Südeuropa, Alpenländern, Osteuropa und Deutschland.


Transvysocina in Modrice bei Brno fährt im Alpenraum und Osteuropa Kühlgut, während über Perchtoldsdorf das Trockengut umgeschlagen wird. Die beiden Trucks sind weitestgehend im gleichen Gebiet unterwegs wie die von Transalpin. Der angestellte Fahrer Michal bekam einen neuen und extrem gut motorisierten Iveco Stralis XP und ist damit deutlich besser motorisiert unterwegs als sein Chef, der wohl Ende 2019 nachziehen wird, aber bestimmt dabei der Marke treu bleibt.


Nordic Logistic hat nach Bochum die größte Flotte. Außerdem gibt es hier mit Recht starke LKW mit 16 Litern Hubraum und nicht nur für die Show, denn es werden auch 60-Tonner gefahren. Die Trucks sind von Schweden aus in Skandinavien, Mittel-, West- und Osteuropa unterwegs. Nach Südeuropa oder in die GUS kommen sie eher selten.
Bedingt durch das Erbe aus der Flotte der Motorenfabrik stand in diesem Jahr die Hälfte der 8 Zugmaschinen zum Wechsel an.


Nicht Europe Logistic Network angeschlossen ist das Unternehmen KN-Trans. Für insbesondere den Verkehr innerhalb Großbritanniens kaufte Keith für den FH16 Classic eine erste 8×4 Schwerlastmaschine und setzte seinen erfahrensten Mitarbeiter Steve drauf. Aber auch die beiden normalen 6×4 wurden nach 4 Jahren Schwerstarbeit ersetzt, wobei Keith Westschweden treu blieb und Wilson in den Osten wechselte. Meistens fahren seine 4 LKW zwischen Großbritannien und dem Kontinent.


Und nach dem Jahresabschluss in der Firma kehrte besinnliche Ruhe ein. Für Chad hatte ich ein besonderes Geschenk organisiert. So besonders für das, was es war, war es zwar gar nicht. Iestyn hatte, als ich vor der Bestellung um Rat fragte, mit einem Augenzwinkern gemeint: „Für den Sohn von jemandem, der eine Yamaha Pacifica spielt, reicht es.“ „Ey! Das ist eine 611HFM!“ „Dann reicht es nicht! Nein, ernsthaft. Das ist ein solides Instrument. Maschinengefertigt, aber die stimmen ja eh meistens besser als die Handgefertigten – auch Deine Pacifica stimmt deshalb besser als jede handgeschnitzte Fender!“

Bisher hatten wir immer Weihnachten abwechselnd bei Lukes oder meinen Eltern verbracht und Neujahr dann bei den anderen. Wir entschieden uns nun aber, Weihnachten zu unserem eigenen Fest zu machen. Immerhin hatten wir jetzt eine eigene Familie. Es war auch immer stressig, nach Manchester zu fahren, nach Düsseldorf zu fliegen und dann nach Marsberg weiterzufahren. Dann nach meistens 3 Tagen den ganzen Rutsch zurück, zu Hause die Wäsche aus den Koffern wechseln und am nächsten Tag weiter nach Cardigan. Die Geschenke für die Kinder gingen daher entweder via Paket hin und her oder wurden von den jeweiligen Eltern beschafft und nur Differenzbeträge überwiesen.

Und so hatten wir dann Weihnachten zu dritt. Geschenke gab es in britischer Tradition am Morgen des 25. Weil Luke mir nach Chads Erlebnis gesagt hatte, dass er es schade fand, dass sein Motorrad ungeeignet war, ihn mitzunehmen, schenkte ich ihm eine aufgepolsterte GSX-F Sitzbank. Ich bekam von Luke einen Modellbahnzug, den Bachmann nur in limitierter Auflage hergestellt hatte.
Chad hatte sich auch die Mühe gemacht, Geschenke für uns zu suchen. Er war zwar selbst schon ein großes Geschenk, hatte er uns doch damit erfreut, trotz aller Warnungen des Jugendamtes so ein tolles Kind zu sein und sich bei uns so schön und problemlos einzuleben. Er schenkte Luke ein paar neue Schlagzeugstöcke, die waren ohnehin in gewisser Weise ja „Verschleißteile“. Für mich war er über seinen fußballerischen Schatten gesprungen und hatte mir einen Everton-Fanschal gekauft.
Und auch dass er so geduldig gewartet und uns den Vortritt gelassen hatte, obwohl da zwei große Pakete für ihn lagen, fanden wir bewundernswert. Ich wollte gar nicht wissen, unter welchem Geschrei die Kinder meiner Schwester gestern geklärt hatten, wer zuerst auspacken durfte. Er öffnete das erste Paket. Weil das zweite das erste verraten würde, hatten wir die Reihenfolge vorgegeben.
„Cooooool! Danke!“ Er fiel uns um den Hals vor Freude. Jetzt war auch das letzte Hemmnis am Geigenspiel beseitigt. Denn anstatt einer konventionellen Akustikgeige mit Mikrofon drin wie die geliehene von Iestyn würde er jetzt auf einer blauen Stagg EVN spielen – und die hatte optisch nur noch die Saiten, den Hals, die Kinnauflage und die durch diese Komponenten und einen Tonabnehmer vorgegebenen Abmessungen mit einer klassischen Geige gemeinsam. Einen wirklichen Korpus hatte sie nicht, stattdessen waren Gegenspannwerk, Tonabnehmer und Hals an einem Teil in Form des Buchstaben S angebracht. Im zweiten Paket war entsprechend ein Verstärker mit integriertem Effektgerät.

Lukes Eltern wollten zwischen den Feiertagen mal auf zwei Tage bei uns vorbei kommen. Neujahr würden sie dann wieder in Cardigan feiern. Wir wollten in das neue Jahr bei Timo und Iestyn, dann nach klassisch deutscher Tradition, mit einem Fondueabend, reinrutschen.

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